Montag, 25. Januar 2010

Integratives Lerncoaching




Manuela Sigl - info@msigl-lerntherapie.de - 08251 8960391

Was ist Integratives Lerncoaching

Lerncoaching ist eine professionelle pädagogischpsychologische Dienstleistung, die sich auf eine empirisch erarbeitete wissenschaftliche Grundlage stützt und ein hohes Maß an Erfahrungswissen und Fachkompetenz voraussetzt.

Integratives Lerncoaching ist weder eine fortlaufende Lernunterstützung in einem oder mehreren Schulfächern, noch eine vom schulischen Lernprozess abgelöste Form psychotherapeutischer Behandlung wie z. B. eine Spieltherapie, eine Kinderpsychoanalyse oder eine Verhaltenstherapie.

Integratives Lerncoaching befasst sich mit dem gestörten Lernprozess unter Berücksichtigung des Lerninhalts und der Auswirkung auf die beteiligten Personen.


Wer sind die Auftraggeber?

Auftraggeber sind in der Regel die Eltern eines betroffenen Schülers, die von der Notwendigkeit einer außerschulischen Hilfe für ihr Kind überzeugt sind.


Wie fängt Integratives Lerncoaching an?

Lerncoaching beginnt mit einem ausführlichen Anamnesegespräch mit den Eltern, in dem es um die aktuelle Lernstruktur und die Lernvoraussetzungen des Kindes geht. Weiterhin werden die Ergebnisse bisheriger Diagnostik einbezogen, um zu einer Auftragsklärung zu kommen.

Die Ziele werden für den Einzelfall individuell festgelegt, und mit den Eltern wird das gemeinsame Vorgehen ausführlich diskutiert und abgesprochen. Da die Bezugspersonen mit ihren Erwartungen, Hilfestellungen, Befindlichkeiten und ihrem Verhalten maßgeblichen Einfluss auf die Lernstruktur haben, ist die Beratung und Aufklärung der Eltern in Form von Gesprächen, Elternabenden und Seminaren ein wesentliches Element des Lerncoachings.

Dabei geht es vor allem darum, den Eltern einen lösungsorientierten Zugang zu dem Wirkungsgefüge zu vermitteln, in welchem die Lernentwicklung ihres Kindes stattfindet. Die Absprachen betreffen sowohl die inhaltlich-methodischen Aspekte als auch den zeitlichen und finanziellen Rahmen.


Was sind die wichtigsten Ziele?

Zunächst muss jedes Lerncoaching zur Wiederherstellung einer positiven Lernstruktur beitragen. Je nachdem, wie lange die negative Lernstruktur schon besteht, wie groß das Ausmaß der Störungen beim betroffenen Schüler ist und wie resigniert und betroffen Eltern und Lehrer sind, müssen die unterschiedlichsten Wege gewählt werden.

Es gibt keinen Königsweg, um aus der negativen Lernstruktur herauszukommen. Es gibt nur Möglichkeiten und die besteht darin, auch in hoffnungslos erscheinenden Fällen wieder eine positive Lernstruktur zu etablieren.

Wenn dieses Ziel erreicht ist, können fachliche Hilfestellungen wieder greifen. Im der Lerncoaching wird der Weg gesucht, den der Schüler selbst unter Begleitung von Eltern und Lehrern gehen kann.

Lerncoaching ist deshalb nicht als Dauereinrichtung, sondern als Hilfe zur Selbsthilfe gedacht. Woran erkennt man, dass die Ziele erreicht wurden?

Die Ziele des Lerncoachings sind erreicht, wenn

1. für den betroffenen Schüler die passende Hilfestellung für die kritischen Lernbereiche herausgefunden wurde,

2. Eltern und Lehrer dem Schüler Lernerfolge wieder zutrauen und

3. auch der Schüler aufgrund seines verbesserten Selbstwertgefühls sich selbst Lernleistungen wieder zutraut und motiviert ist, weiterhin zusätzliche Anstrengungen zur Überwindung seiner Lernlücken zu erbringen. Er sollte im Lerncoaching die Erfahrungen machen, dass und wie er diese Lücken in einer für ihn angemessenen Methode schließen kann.


Woran erkennt man eine gutes Lerncoaching

Eine gutes Lerncoaching erkennt man daran, dass der Schüler wieder selbstständig lernt und Erfolge bei schulischen Inhalten sichtbar werden. Der individuelle Weg bis zu diesem sichtbaren Erfolg ist mit vielen kleinen Erkenntnissen "gepflastert", die sich eher atmosphärisch offenbaren, die man eher spürt als sieht. Sie resultieren aus einem individuell gestalteten Prozess, in dem das gute Arbeitsbündnis zwischen Kind/Eltern und Lerncoach die Grundlage für Entwicklung und Erfolge ist.


Was müssen professionelle Lerncoaches leisten?

Professionelle Lerncoaches verbinden die Wiederherstellung der positiven Lernstruktur mit den verschiedensten Trainingsformen zur Förderung von Lernvoraussetzungen (z. B. Wahrnehmung, Feinmotorik, Konzentration), zur Verbesserung von Lerntechniken (z.B. mit der Mindmap-Methode u.ä.), zur Kompensation von Defiziten (z.B. visuelle und auditive Schwächen) sowie zur fachdidaktisch fundierten inhaltlichen Arbeit am kritischen Lerninhalt.

Professionelles Lerncoaching gründet deshalb selten allein auf eine Methode, ein Übungsverfahren, sondern integriert verschiedene Elemente, individuell und ganzheitlich auf die Bedürfnisse und Fähigkeiten des Schülers abgestimmt und auf die Zielvorgaben der Lernstruktur ausgerichtet.

So kann in den integrativen Sitzungen auch gespielt, gemalt oder gebastelt werden. Schüler können einzeln oder in der Gruppe lesen, an Aufgaben arbeiten, mit Computern lernen, besondere Lerntechniken erproben oder Entspannungsübungen lernen. Die Vielfalt der Vorgehensweise orientiert sich an der Zielerreichung.

Welche Elemente und welches Setting sinnvoll und hilfreich sind, wird daran gemessen, welchen Beitrag sie zur Herstellung der positiven Lernstruktur leisten können und wie effizient sie das Selbstwertgefühl stabilisieren, Vertrauen schaffen, Lernvoraussetzungen nachbessern, erfolgreiche Lernwege eröffnen und zur Lernfreude beitragen. In der Regel überwiegt die Einzelförderung. Jedoch wird bei geeigneten Lernpartnern oft auch in Zweiergruppen gearbeitet, meist in der letzten Phase der Arbeit.


Gibt es eine Grundhaltung?

Sowohl für Lerncoaches als auch für ihre Klienten ist die fehlertolerante, ressourcenorientierte, positive und ermutigende Haltung die Basis für lebenslanges Lernen in einer sich rasch wandelnden Umwelt, in der permanent das infrage gestellt wird, was gestern noch als unverrückbare Wahrheit galt.

Mit dieser Grundhaltung werden Menschen selbstbewusst und entwickeln die durch die Globalisierung und den Eintritt in das Wissenszeitalter geforderte Flexibilität und psychische Belastbarkeit. Es entsteht ein stabiles Selbstwertgefühl und die Festigung einer positiven Lernstruktur, die eine Persönlichkeit nachhaltig und herausragend prägt.

Wer weiß, wofür das gut ist...
Wer diese Hilfe zur Selbsthilfe in Anspruch nimmt, tut das meist nicht freiwillig, sondern aus einer bedrängenden Notlage heraus.
Dieser Schritt erfordert zunächst Überwindung, denn Lerncoaching erfordert einen gewissen Zeitaufwand sowie psychische Energie und verursacht Kosten.
Der Einsatz lohnt sich aber, wenn man bedenkt, welche langfristig positiven Auswirkungen damit erreicht werden können, wenn die betroffenen Schüler eine positive Lernstruktur entwickeln.

Fast immer profitieren die Eltern und Kinder. Die Eltern fühlen sich entlastet und freier und spüren als Auswirkung auch eine größere Zufriedenheit mit ihrem eigenen Leben.


Unterschiede zur Nachhilfe:
Nachhilfe eignet sich für Schüler mit Wissenslücken in einzelnen Fächern, hervorgerufen durch versäumten Unterricht, einer "faulen" Phase oder einen Wechsel in eine leistungsstärkere Klasse.
Eine individuelle Förderung schafft im Unterschied zur Nachhilfe grundlegende inhaltliche und psychische Vorraussetzungen für einen Neuanfang im Lernen. Jedes gute Lerncoaching beruht auf einer individuellen Diagnostik, die die besonderen Schwierigkeiten des Kindes aufgreift, um daran zu arbeiten. Sie macht sich insofern gerade nicht vom aktuellen Schulstoff abhängig.

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